Ist diese Seite "pro ana"-mäßig?
Auf jeden ersten Blick sieht es so aus, als ginge es auf diesem Blog um "pro ana". Allerdings möchte ich sagen, dass ich das lieber nicht möchte. Einige wenige Inhalte sind vielleicht ähnlich, aber das liegt daran, dass ich selber so darüber denke. Das Meiste stimmt nicht mit "pro ana" überein.
War ich jemals "pro ana"?
Ja und nein. Ich war - und bin im Moment noch - in Foren, die sich "pro ana" nennen. Ich habe Esstagebücher geführt und sogar an Wettbewerben teilgenommen.
Warum also "Ja und nein"?
Nein, weil ich nie gebetet und "ana" oder "mia" nie als Person gesehen habe. Ich habe die Regeln oder Gesetze nicht beachtet. Es war mir - egal? Ich habe in meinem Kopf eigene Regeln, die den "pro ana"-Regeln zum Teil zwar ähnlich sind, aber nicht identisch. Denn: Mein Kopf denkt zwar "Du bist nie dünn genug", aber mein Verstand sagt da etwas anderes. Ich weiß irgendwie, dass ich eines Tages wirklich dünn genug bin. Aber ich verpasse wohl den Zeitpunkt?! Es ist kompliziert...
Eines Tages habe ich eine Homepage von einer 13-jährigen namens Marie besucht. Ihre (riesige, knallrote) Einleitung hieß so: "Ich selber leide nicht unter Magersucht oder Bulimie, und möchte es auch auf keinen Fall werden!
Ich beschäftige mich zurzeit viel mit dem Thema Pro-Ana und Pro-Mia, und deshalb stehen auch Themen dazu drin.LachanfallIch möchte auf 40-45kg runterkommen.Winken
"
Und als ich das (randvolle) Gästebuch durchblätterte und alles las, hätte ich vor Elend kotzen können.
Nein, so etwas will ich nicht sein - wenn das "pro ana" ist, oder wenn sich solche Mädels als "pro ana" bezeichnen, dann bin ich nicht "pro ana".
Wie sieht meine jetzige Situation aus?
Ich war fast vier Jahre lang essgestört (zuerst Bulimie, dann Magersucht), bis ich von "pro ana" erfahren habe. Ich war mir schon vorher, schon sehr, sehr lange, bewusst, dass ich krank bin. Das wusste ich einfach immer. Aber irgendwas in mir hängt an der Essstörung - ich konnte sie bis jetzt einfach nie aufgeben. Ich brauchte sie, und gleichzeitig brachte sie mich um. Ein furchtbares Gefühl, wenn man das erkennt.
Ich versuchte, mit meiner Essstörung zu leben und sie zu akzeptieren. Aber das ging irgendwie nicht wirklich gut. Dann habe ich beschlossen, in eine Spezialklinik zu gehen und gesund zu werden. Am 22.8. ist es soweit.
 
Ich bezeichne mich nicht (mehr?) als "pro ana".



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